Zur Hompage Bernd Kebelmann

 

Tastwege®

Projektgeschichte und Vorgeschichte

Stand: Januar 2007



1985 – 1988
Kontakt mit Dr. Heinz Hoffmann, Leiter des Evangelischen Kunstdienstes Berlin-Brandenburg, sowie mit dem blinden Bildhauer Dario Malkowski in Schönebeck/Elbe. Texte und Kunstkritiken zur jährlichen Ausstellung „Kunst zum Begreifen“ in der Petri-Kapelle beim Dom zu Brandenburg für die Evangelische Monatsschrift „Zeichen der Zeit“ sowie „Die Gegenwart“. Später erscheint die Erzählung „Begreifbare Kunst in Brandenburg“ in: „Kirchen im märkischen Sand“, Evangelische Verlagsanstalt Berlin 1991.

1987, Sommer
Meißen, Albrechtsburg, Dr. Georgi. Erste staatliche Ausstellung zumBegreifen. Tastende Bekanntschaft mit Werken von Dresdener Künstlern, so Frank Maasdorrf und Peter Makolies. Rezensionen wie oben. Bekanntschaft mit dem Berliner Künstler Michael Redecker. Zu seinen haptischen Skulpturen (Holz, Wachs, Eisen) entstehen die ersten Gedichte.

1989, Mai/Juni
Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Der Kunstwissenschaftler Andreas Weiß und der Galerist Günter Messer-Ladwig organisieren die Kunst- und Tastausstellung „Hände die sehen können“. Sie laden blinde Berliner zur tastenden und schreibenden Mitarbeit ein. Ich selbst übernehme den Einleitungstext für den Katalog sowie die Texte zu drei Skulpturen der Berliner Künstler Azade Köker, Ludmilla Seefried-Matejkova und Andreas Theurer. Großes Medienecho. Die Berliner Abendschau zeigt Meine Tasterkundung an der Keramik Azade Kökers.

1989, 15. Juni
Berlin-Karlshorst, Buchhandlung Tannert. Ausstellung der haptischen Skulpturen des Berliner Künstlers Michael Redecker. Ich lese meine bereits in den achtziger Jahren dazu entstandenen Tastgedichte.

1990 - Frühjahr 1991
Niederschrift meiner eigenen Ausstellungskonzeption zum Tastwege-Projekt mit dem Arbeitstitel „Skulptur&Literatur“. Der Gedankenaustausch mit Dr. Liebelt vom Sprengel-Museum Hannover bestärkt mich in dieser Arbeit.

1992, 7. – 20. Januar
Datteln/Westfalen, VEW-Lokal, Herr Reeder. Erste eigene Tastausstellung. Vier Holzplastiken von Mani Annen aus Bramsche und Kleinplastiken von Jiri Hilmar aus Gelsenkirchen werden mit verschiedenen Materialien verhüllt. Tastarbeit mit einer Selbsthilfegruppe, Seminar mit Kunstpädagogen, Workshop mit Schülern der Hauptschule. Zwei Gastautoren und ich lesen Texte zu den Skulpturen.

1992, März
Gelsenkirchen, Halfmannshof, Künstler- und Autorenversammlung beim Bildhauer Jiri Hilmar. Er machte gute Erfahrungen bei der Arbeit mit Blinden Besuchern im Museum Glaskasten Marl. Hilmar übergibt Holzskulpturen zur Tast- und Textarbeit an die interessierten Autoren. Die entstehenden Texte erscheinen später in der Broschüre „Skulptur&Literatur“, Hrsg.: Bernd Kebelmann, Stadt Haltern.

1992, etwa 5. – 30. Mai
Soest/Westfalen, Meister Haus, Volkshochschule, Stiftung Blindenanstalten Frankfurt/Main. meine halbjährige Zusammenarbeit mit dem „Dialog im Dunkeln“ beginnt. Ich organisiere ein „Tastmuseum“. Holzskulpturen von Jiri Hilmar, Gelsenkirchen, stehen neben Tonplastiken des blinden Plastikers Erich Kühnholz aus Hagen/Westfalen. Die Besucher Zeichnen im Dunkeln ertastete umrisse nach. Erste Dunkellesung In der „Unsichtbar“, Musik: Andreas Kebelmann, Saxophon, Datteln.

1992, 8. Mai
Dresden, Hygiene Museum. In die Parklandschaft des dort eröffneten „Dialog im Dunkeln“ stelle ich die Marmorskulptur des Dresdners Peter Makolies, seine „Figur mit Goldschrift“. Ich nenne sie „Aphrodite“. Mein Gedicht auf sie wird bei jedem Rundgang von den blinden Ausstellungsführern gelesen. Später entstehen Mundart-Parodien auf den viel zu oft im Dunkeln gelesenen Text.

1992, Mai/ Juni
Dortmund, Fachhochschule, Sozialpädagogik, Fotograf Thomas Strenge. Ich eröffne ein Seminar zum Thema "Innenbilder". Die Studenten laufen mit Schlafbrillen im Park und in der Stadt umher, fotografieren dabei ohne Blickkontakt. Die erste Tast-Fotoausstellung bildet den spannenden Abschluß dieses Seminars.

1992, 17. – 26. Juni und 10. Juli
Salzburg, „Dialog im Dunkeln“ in den Felsenhöhlen. Tastmuseum mit Graniten von Karl Prantl, Führungen und Animationen, zwei Dunkellesungen in der Unsichtbar, am 21. Juni und am 10. Juli: Lyrik als Licht im Dunkeln; Musik: Michael Knispel (blind), Saxophon, Wien.

1992, 23. September/16. Oktober
Hamburg, alte Markthallen. Im Dialog im Dunkeln, Tastmuseum mit Skulpturen von Jiri Hilmar und Mani Annen, Dunkellesung mit Texten zu den Skulpturen, Musik: Andreas Kebelmann, Saxophon, Datteln.

1992, 12. – 16. Oktober
Haltern/Westfalen, Kultursymposion m Iserlohn, Workshop „Halterner Bronzen“. Kleinbronzen osteuropäischer Künstler werden an fünf Autoren verteilt, die taktil entstehenden Texte an Drei Leseabenden im Kaminzimmer vorgestellt. Die Broschüre „Skulptur&Literatur“ versammelt diese und ältere Tastwege-Texte und schildert Begegnungen und Erfahrungen mit den bildenden Künstlern.

1992, 23. – 25. Oktober
München, Hypo-Bank, Jugendforum, „Dialog im Dunkeln“. Tastausstellung mit Readymade-Arbeiten der Münchnerin Brunhild Kalus im stillen Tonstudio. Textarbeit zu den Skulpturen mit mehreren Schülergruppen. Konzeptionelle Trennung vom „Dialog im Dunkeln“.

1993, ab dem 12. März
Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum und Volkshochschule. Dreiwöchige Dunkelausstellung. Frau Brüninghaus- Knubel stellt Arbeiten aus dem Archiv zur Verfügung. Großes Medienecho. 12.-14. März,Workshop zum tastenden Formen, Lesung mit vier Autoren, Gitarre: Norbert Klein, Duisburg.

1993, 17. März
Berlin, Evangelischer Kunstdienst Berlin-Brandenburg am Berliner Dom, Bildhauer: Michael Redecker, Andreas Theurer. Vortrag zum Projekt mit „Tastvorführungen“ und Videodokumentation durch Jürgen Rennert.

1993, ab dem 18. April
B I S Mönchengladbach, Dr. König. Einwöchige Dunkelausstellung mit Dunkellesung am 18. April. Bildhauer: Karl-Heinz Heming, Paul Rütten, Musik: Arvo Pärt "Fratres" (Kassette).

1993, Mai
Köln, WDR-Fernsehen, Journalist Stefan Sorkin, Projektvorstellung im Abendmagazin KUK, Sendung eines 12-Minuten-Videos über das „Begreifen“ der „Liegenden“ von Henry Moore vor dem Wallraf-Richartz-Museum.

1993, 13. Dezember
Dessau, Fachhochschule Sachsen/Anhalt, Bildhauerklasse des Berliner Professors Andreas Theurer, Vortrag zum Thema „Innenbilder“ mit einem Tastseminar.

1994, August/September
Dortmund, Museum am Ostwall. dreiwöchige Dunkelausstellung mit zwölf Skulpturen von zwölf bildhauern aus dem Museum, Leseabend mit vier Autoren am 9. September, Musik: Norbert Klein, Duisburg, Gitarre . Viele gute Kritiken im Gästebuch.

1994, ab dem 12. September
Berlin-Prenzlauer Berg, Kulturhaus Thälmannpark, Dreiwöchige Dunkelausstellung mit fünf Bildhauern aus Berlin und Westfalen, zwei Dunkellesungen am 17. und 18. September, Musik: 1. Helmut Scholz, Violine, Frankfurt, London; 2. Sabine Fiß, Querflöte, Berlin.
Einige Texte erscheinen später in der Zeitschrift Janus, Hainsberg/Aachen.

1994, ab dem 27. November
Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum. Ab dem 27.11.94 Wiederholung der dreiwöchigen Tastausstellung von 1993 mit einer Buchpremiere „Skulptur im Dunkeln“, Verlag Gilles&Francke, Duisburg. Vorwort des Projektautors, Lesung von vier Autoren, Musik: Norbert Klein, Gitarre, Duisburg.

1995, ab dem 20. Januar
Krefeld, Galerie „Spektrum“ der Gemeinschaft Krefelder Künstler e. V, K.A. Janszen. Dreiwöchige Dunkelausstellung mit vier Bildhauern vom Niederrhein, Fotos der Arbeiten im hellen Foyer. Pressekonferenz, Einschreibung ins Stadtarchiv, großes Medienecho. Am 10. Februar Abschlußlesung von vier Autoren, Musik: Norbert Klein, Duisburg, Gitarre. Der auf Initiative der GKK, Redaktion Willi Irmen, erscheinende Katalog „TASTWEGE“ gibt meinem Projekt den endgültigen Titel.

1995, 3. Mai
Dortmund, Museum am Ostwall. Das Folgeprojekt „Kunstgriffe – Museum als magischer Ort“ befaßt sich mit Bildhauerarbeiten, Malerei und Fotografie. Synchronlesungen von vier Autoren vor den Arbeiten in verschiedenen Räumen, vierfach wiederholt, Performance zur Fotoausstellung.

1996, 22. April
Düsseldorf, Kunstmuseum. Vortrag zum Projekt vor den NRW-Museumspädagogen, Info-Material auf Anfrage nach Euskirchen. Im Sommer findet eine Tastwege-Ausstellung ohne den Projektautor statt. Das Landgericht Köln verurteilt die Stadt Euskirchen zur Zahlung einer Lizenzstrafe wegen Verletzung des Urheberrechts. Mein Projekt TASTWEGE® besitzt nunmehr Titelschutz.

1997, ab dem 10. September
Dresden, Hygiene-Museum. Achtwöchige Tastwege-Ausstellung mit neun Dresdener Bildhauern. Eröffnung durch Sozialminister Geißler, Tanzperformance von Schülerinnen der Gret Palucca Schule, Einstudierung Anke Gerber, Berlin, Musik: Sonny Thet. Fernseh- und Rundfunkinterviews, großes Medienecho. Intensive museumspädagogische Arbeit unter Leitung von Frau Graf. Abschlußlesung von drei Autoren im Dunkeln am 5. November, Musik: Sonny Thet, Berlin, Cello.
Sechsjährige Pause des Tastwege-Projekts. Seit Sommer 2001 ist TASTWEGE® als Angebot auf der Website des Projektautors zu finden.

2003, ab dem 12. August
Kiel, Kulturforum der Stadtgalerie. Auf Einladung des „Dialog Blickfrei, Dr. Jürgen Trinkus, kommt es zur zweiwöchigen Dunkelausstellung mit zwölf Bildhauern aus Kiel und Umgebung. Großes Medienecho. Intensive museumspädagogische Arbeit mit Schulklassen, erster Einsatz Blinder Betreuer. Am 14. August die Dunkellesung, Musik: Sonny Thet, Cello, Berlin. 27. August: Hörspielabend im Dunkeln mit einem Tastwege-Feature des Projektautors.

2005, ab dem 11. Januar
Neumünster, Soziokulturelles Zentrum „Kiek in“. Zweiwöchige Dunkelausstellung mit Werken von Bildhauern aus Neumünster und drei „Gastskulpturen“. Großer Besucherandrang zum Eröffnungsabend, Musik: eine Neumünsteraner Gruppe. Pädagogische Schülerbetreuung, blinde Betreuer in der Dunkelausstellung. Am 18. Januar: Dunkellesung mit Musik: Stefan Back, Saxophon, Hamburg.

2006, April
Braunschweig, Martinikirche, J. J. Prüsse, Herr Lange, „Kunstkemenate“ : Einzelausstellung des Bildhauers Jörg Plickat, Kiel; Tastwege-Aktionstag mit Besuchergruppen: „Kunstgriffe“ an verhüllten Skulpturen, Textlesung mit Musik von Andreas Heuser, Dortmund, elektrische Violine; Wiederholung zur Finissage am 1. Mai vor 500 Besuchern.




Letzte Aktuallisierung: 16.03.2016
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